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Egon Erlbruch

Egon Erlbruch wurde am 2. Juli 1911 in Sprockhövel in der Mühlenstraße 5 geboren. Hier betrieb sein Vater eine Bäckerei. Als Dreijähriger verlor Egon in der Backstube den rechten Arm in einer von Pferden angetriebenen  Knetmaschine. Egon begann zu zeichnen. Die Mutter, der alte Gustav Düsterloh und und Dr. Weck, Egons Lehrer an der Rektoratsschule in Sprockhövel, erkannten das hervorragende Maltalent von Egon und förderten es.


Auf diesem Foto von 1931 hat Egon Erlbruch seine Staffelei in Blättlers Steinbruch aufgebaut und malt Franz Blättler sen., der in dem vollgelaufenen Steinbruch angelt.

Nach einem Vorsemester wurde Egon für das Wintersemester 1924/25 bereits mit 14 Jahren zum Studium an der Kunstgewerbeschule in Elberfeld zugelassen. Nach Beendigung des Studiums 1928 arbeitete er als Volontär beim Bochumer Verlag Schürmann & Klages und vervollkommnete seine Talente in den modernen Techniken des Offset- und Steindrucks sowie in der Klischeetechnik. In dieser Zeit bekam er ein Studienangebot des norwegischen Malers und Karikaturisten Olaf Gulbransson, der Professor an der Münchner Akademie der bildenden Künste war. Diese Chance nahm Egon wahr. Er studierte dort von 1930 bis 1934, als Meisterschüler von Gulbransson.
Aufgrund seiner Begabung bekam Egon ein Stipendium an der Sorbonne in Paris. Im Juni 1934 reiste er nach Paris, um sein Studium im Juli aufzunehmen.
Bei einem Ausflug ins Grüne ist Egon Erlbruch am 4. Juli 1934 bei einem Badeunfall in der Marne ums Leben gekommen. Vermutliche Todesursache: Gehirnschlag durch Überhitzung und plötzliche Abkühlung.
Wir sehen hier einige von seinen Werken. Die Vielfalt seiner künstlerischen Begabung wird sichtbar. In seiner Münchener Zeit – offensichtlich unter dem Einfluss von Olaf Gulbransson - gewannen seine Werke mit geringstem Darstellungsaufwand an starker Ausdruckskraft.
Der tragische Badeunfall beendete das kurze künstlerisches Leben eines Frühvollendeten und möglicherweise den Eintritt in die internationale Kunstszene.


Der Heimat- und Geschichtsverein Sprockhövel e.V. ist stolz darauf, einen Teil der vorhandenen Werke und die Lebensgeschichte eines großen Sprockhövelers zu seinem 100ten Geburtstag der Öffentlichkeit vorstellen  zu können.