Gedanken zum Industrie- und Kulturpark

Einige unserer Bürger diskutieren über diesen Park mit Argumenten Für und Wider, anderen ist er gleichgültig. Allen ist er zu teuer.
Der Heimat und Geschichtsverein Sprockhövel e. V. sowie der Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e. V. sehen diesen Park durchaus als sinnvoll und förderungswürdig an. Warum?

Als die Bauern von Sprockhövel pflügten und rodeten, stießen sie auf Kohle. Aus dem mehr oder weniger zufälligen Graben und Benutzen der Kohle wurde im 15. und 16. Jahrhundert ein einträglicher und spezialisierter Beruf - ein natürlich gewachsener Bergbau. Als im 18. und 19. Jahrhundert der Bedarf an Kohle zunahm entwickelten sich aus dem Kleinbergbau größere Zechen.
Auch hier eine gleichmäßige Entwicklung. Nun kam die Industrialisierung. Zunächst die Eisenbahn.

 - Die Zechen wurden größer und tiefer -. Der Kundenstamm der Gruben bekam mit dem Bahnanschluß auf einmal 4 Nullen hinten dran. Die ganz kleinen Gruben blieben auf der Strecke und schlossen. Maschinen wurden gebraucht! Und hier setzt sich die natürliche Entwicklung weiter fort.
Der erste Bergbaumaschinenbauer hieß Düsterloh und war Betriebsführer auf der Zeche Alte Haase. Sein Maschinensteiger hieß Hausherr. Aus Bauern waren Bergleute, aus Bergleuten wurden Maschinenbauer. Bis hierher eine kontinuierliche Entwicklung, die unseren Ort unter Bergleuten in aller Welt bekannt gemacht hat. Mit dem Erliegen des Bergbaus hier im Jahre 1969 fand diese Entwicklung ein schnelles Ende. Die hiesigen Unternehmer danach mußten sich neue Marktnischen suchen. Hier war ein Bruch in der Tradition und eine Krise in der Beschäftigung der Arbeiter.

Der Park soll diese Zeitspanne allen interessierten Bürgern nahebringen, Mit den Äckern und Wiesen, mit der Kulisse der alten Grube und den Erzeugnissen der hiesigen Industrie wird hier ein Stück Zeitgeschichte Sprockhövels sichtbar gemacht. Ich selbst wüßte keinen anderen Ort in Sprockhövel wo sich Ort und Zeitgeschehen so verdichten wie hier.

Und deshalb sollten die Objekte hier stehen, um an den Weg vom Bauern zum Mechaniker zu erinnern.

    Klaus Leyhe                                                                  Sprockhövel, den 20.Mai 2001
    (FBSR Vors.Arbeitskr.Sprockhövel)
     

Zu öffentlicher Diskussion in den Medien

Der HGV betreibt die Heimatstube und jetzt auch noch das neue Ausstellungsgebäude

        also ein Heimatmuseum - ,

das allen Bürgern an 3 Tagen in der Woche zu festgelegten Zeiten kostenlos zur Besichtigung
offen steht.
Weiterhin betreibt der Arbeitskreis des “Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e.V.” noch die laufende Pflege und Unterhaltung der 4 von ihm ausgearbeiteten Wanderwege.
Geführte Wanderungen sind ebenfalls mehrfach im Jahr im Programm.

Aber nicht zuletzt ist und war der HGV und der Arbeitskreis maßgeblich an der Errichtung des “Industrie- u. Kulturparkes” beteiligt.
Die Beschaffung der Exponate, die z.T. sehr aufwendige Restauration und der örtliche Aufbau wurde alles in ehrenamtlicher Tätigkeit von den Mitgliedern durchgeführtDampfhammer (noch im Container).

Ein Großteil der Exponate steht heute noch in der Lagerhalle von Gerhard Koch.

Auch diese Geräte und Maschinen werden noch von den ehrenamtlichen Mitgliedern des HGV und des Arbeitskreises in ihrer Freizeit restauriert und später im Park aufgestellt.Senklader (auseinandergebaut)

 


Auch ein so großer Verein wie der HGV hat nur eine begrenzte Anzahl von Mitglieder und nach den Worten unseres 1. Vorsitzenden
Ludger Haverkamp – “können und wollen wir uns nicht verzetteln und müssen Prioritäten setzen !”

Karl Sandmann                    Sprockhövel, 16.Juni 2001
Webmaster
 

Enttäuscht!                                                                                                    22.02.2002
Wir machen weiter!!

Seit drei Jahren arbeiten wir, der Heimat- und Geschichtsverein Sprockhövel e.V. und der Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e.V. am Industriepark.
Dem improvisierten Neustart zum Jahr der Industriekultur folgten viele Sitzungen mit unserem Kulturausschuss. Wir wollen nicht vergessen: das erste Objekt, das Lüfterrad der Firma Turmag, wurde von der Stadtverwaltung selbst aufgestellt.

Wir haben erst einmal die einzelnen Objekte erbetteln müssen. Danach wurden sie mühsam herangeschafft. In vielen Arbeitsstunden wurde entölt, entrostet, repariert und danach gestrichen. Der Stolleneingang wurde entrümpelt und vom Schlamm gereinigt.

Die Stadt errichtete die Aufstellungsflächen und die Fundamente. Außerdem wurde ein Weg vom Wendehammer zum Park abseits des Verkehrs errichtet. All das soll nun umsonst sein? Nun erreicht uns die Meldung, dass der Kulturausschuss mit der Mehrheit von CDU und Grünen gegen die Stimmen der SPD uns die restlichen Gelder (ca. 4500 EUR ) für etwas Farbe und fünf Hinweistafeln verweigert. Jeder von Ihnen kann sich vorstellen, wie uns dieses ambivalente Verhalten enttäuscht hat.
Doch wir sind entschlossen weiterzumachen. Die letzten Objekte werden gestrichen und wir werden auch nach und nach die einzelnen Tafeln aufstellen.

Der Weg: Vom Bauern und Kohlengräber über den Bergmann zum Maschinenbauer hat Jahrhunderte lang die Menschen unseres Ortes geprägt und von diesen Fleiß und Beharrlichkeit verlangt.

Diese Eigenschaften haben wir auch in unserem Verein und wollen das in diesem Park allen Sprockhövelern nahebringen!

Klaus Leyhe

Gedanken und Beiträge

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