Letzte Aktualisierung am: 12.01.2003
Die Eröffnung des Parks am 21. Mai 2000 sollte der Start zu einem lebendigen Gesamtkonzept "Industrie- und Kulturpark"werden.
“Die Stadt blickt auf über 500 Jahre Bergbauvergangenheit zurück. Die Menschen, die Wirtschaft und die Umwelt
sind nachhaltig durch die bergbauliche Vergangenheit geprägt. Bis in die jüngste Zeit war die Bergbauzulieferindustrie das bedeutendste Rückgrat der Sprockhöveler Wirtschaft.
Mit dem Industrie- und Kulturpark erfüllt sich das langjährige Anliegen, die industrie- und bergbaugeschichtliche Vergangenheit Sprockhövels anhand von Produktbeispielen und Exponaten zu
dokumentieren und den Bürgerinnen und Bürgern öffentlich zugänglich zu machen. An dieser Stelle herzlichen Dank dem Heimat- und Geschichtsverein für sein Engagement zur Beschaffung der Bergbauexponate.”
Zitat aus dem Vorwort der Festschrift zur Eröffnung des Industrie- und Kulturparkes Sprockhövel
von Herrn Bürgermeister Paul Gerhard Flasdieck im Mai 2000.
Der DampfhammerDer Dampfhammer wurde im Jahr 1908 von der
Firma Brinkmann in W itten hergestellt. Ein vergleichbarer Dampfhammer befand sich in der Zeche Alte Haase. Er diente zur Herstellung von Schmiedestücken, wie diese für den Betrieb in der Zeche notwendig waren.
Das Lüfterrad der Firma Turmag (1920 bis 1993)
Die Firma baute Pumpen, Hochdruckpumpen, Bohrmaschinen und diese verstellbaren Doppelaxial-Grubenlüfter.
Diese Lüfter waren wesentlich kleiner als einfache Radiallüfter und konnten deshalb unter Tage eingebaut werden.
Ferner konnte man diesen Lüfter durch zentrales Verstellen der Schaufelräder an wechselnde Bedingungen anpassen. Dadurch wurden diese Lüfter wirtschaftlicher betrieben als andere Modelle, die man nur durch Drosseln oder
durch Beipässe steuern konnte. Dieses Rad hatte eine Leistung von 1700 kW und konnte bis 22.000 cbm je Minute fördern.
Der Senklader (Fa. Hausherr & Söhne)
Wenn die Bergwerke über 800 m tief sind,
verhält sich das Gebirge plastisch und es kann vorkommen, daß der Boden (die Sohle) aufbricht und quillt.
Hier leistet der Senklader gute Dienste. Er löst mit seiner aktivierten Schaufel die Steine (Berge) und füllt sie ohne Kippen
und Kanten auf einen Gurtförderer oder in Wagen. Hydraulisch schiebt er sich in das Haufwerk und genauso drückt der Schieber hinten in der Schaufel den Inhalt heraus.
Dadurch wird der Platzbedarf bei der Arbeit drastisch reduziert. In engen Räumen ein ganz wesentlicher Vorteil.
Die Fahrdrahtlokomotive - schade entfällt -
Sie war auf der Zeche Alte Haase eine der wichtigsten Maschinen. Die Lagerstätte war
hier sehr arm. Deshalb waren unter Tage die Wege sehr weit. Diese Lokomotiven schleppten Wagen mit Kohle zum Schacht oder Wagen mit Steinen zum Verfüllen in die
Reviere. Sie durften wegen der Funkengefahr am Fahrdraht aber nur in Gesteinsstrecken und in frischen Wettern (das ist die Luft, die noch nicht durch einen Abbaubetrieb gezogen ist) eingesetzt werden.
Die Grubenwagen (siehe oben)
Sie erfüllen neben den Transportaufgaben noch die Rolle eines fahrbaren Bunkers. Alte
Haase hatte bei einer Förderung von 1200 Wagen je Tag etwa 2000 Stück. Kipploren sind in der Grube nicht betriebssicher genug. Sie werfen ihr Oberteil beim Entgleisen ab.
Der Abteufkübel
Abteufen ist der Fachausdruck für das Vertiefen der Schächte. Hierzu brauchte man diesen Kübel. Bis 1955 wurden sie nach dem Sprengen mit Schaufeln beladen. Später hatte man einen Bagger an einem zweiten Seil, der diese schwere Arbeit
verrichtete. Wenn der Kübel zu Tage gezogen war, verschloß man den Schacht mit einer Klappe und kippte den Inhalt in einen Bunker. Mannschaft, Material, Ziegelsteine und Mörtel wurden ebenfalls damit gefördert.
Grubenfahrräder (leider nicht mehr vorhanden)
In einer großen Grube mit weit verzweigtem Streckennetz kann nicht an jeder Stelle ein
Elektriker, ein Schlosser, ein Wettermann (Wetter = Luft), ein Sanitäter oder ein Sprengmeister stehen.
Diese Leute müssen schnell zur Stelle sein, wenn sie gebraucht werden. Hierbei ist das Grubenfahrrad ein unverzichtbares Hilfsmittel
.
Die Seilscheiben
Diese Seilscheiben der ehemaligen Zeche
Blankenburg lenkten im Förderturm die Seile von der Fördermaschine in den Schacht um. Der Durchmesser der Seilscheibe mußte zur Vermeidung von Drahtbrüchen 200 x Seildurchmesser betragen.
Der Haspel (Fa. Düsterloh)
Der Haspel erlaubt in der Nähe des
Einsatzortes jegliche Zugarbeit. Er zieht Wagen unter die Ladestelle oder am Schacht. Er zieht Material in engen Räumen hoch oder läßt es hinunter. Man kann mit besonderen Typen auch den Ausbau rauben (herausreißen) und später
wieder verwenden. Er ist einer der ältesten bergmännischen Maschinen.
Die BrikettpressenFeinkohle war früher unverkäuftlich. Das
Trennen von Kohle und Gestein wird bei fallender Korngröße immer kostenintensiver. Man vermischte deshalb die rohe Feinkohle mit 5 % Teer und preßte das Gemisch zwischen zwei Walzen (Brikettierringe). Produkt waren die
allseits beliebten Eierkohlen. Der Aschegehalt war mit 30 % wesentlich höher als der der Nußkohlen, die nur 8 % Asche besaßen.
Die Gießpfannen
Die Gießpfannen stammen aus der
Eisengießerei Ernst Koch und aus der Gießerei Hammertal.
Es sind feuerfest ausgekleidete Gefäße zum Transport des flüssigen Eisens innerhalb der Gießerei und zum Vergießen in die fertigen Formen.
Folgende Bergbauexponate wurden vom Arbeitskreis des FBSR und vom HGV-Sprockhövel beschafft, restauriert und im Park ausgestellt.
Die letzten Objekte wurden im Oktober 2001 verwirklicht:
Aus der Festschrift zur Eröffnung
des Parkes
© 2000-03 HGV und FBSR AK-Spr. - optimiert für 800 x 640 und mittlere Schriftgrößen.
• Ausführung und Gestaltung: Sandmann - Web ♦ e-mail •