Fritz Lehmhaus

Am Donnerstag, dem 29. Juli 2004,
jährt sich zum 70. Male der Todestag von Fritz Lehmhaus.


Fritz LehmhausIn einer Abendveranstaltung möchten wir seiner gedenken. Wir erwarten Sie dazu an diesem Tage für 19 Uhr in der Ausstellungshalle unserer Heimatstube.
Musik- und Wortbeiträge und eine Würdigung des Lebenswerkes werden den verdienten Heimatforscher in unsere Erinnerung zurückrufen.
Neuauflage Das UnterdorfZum Gedenktag hoffen wir sein persönlichstes Werk
"Das Unterdorf", in neuer Fassung herausbringen zu können - für alle ein Lesevergnügen besonderer Art.


Biographie des Mittelschulkonrektors Fritz Lehmhaus

Herkunft,
beruflicher Werdegang,
wissenschaftliche Tätigkeit -
Stationen seines Lebens

Friedrich Lehmhaus wurde am 18.7.1862 im Sprockhöveler Unterdorf als ältestes von fünf Kindern geboren. Sein Vater war der Bergmann Robert Lehmhaus, Sohn des in Sprockhövel 1847 jung verstorbenen Schneiders Gisbert Wilhelm Lehmhaus. Fritz Lehmhaus' Mutter Friederica Voß stammte aus der Mühle am Mühlenteich. Sie war die Tochter des Müllers Johann Caspar Voß.

Die Lehmhaus kamen aus Deininghausen, Kirchengemeinde Mengede. Die Verbindung ihres Namens mit dem angestammten Beruf wird an der Tatsache deutlich, daß die älteren Mengeder Kirchenbücher die Eintragung Lehmhaus, genannt Schneider, aufweisen.

Die breite Talaue der Emscher war für die Lage Mengedes charakteristisch - ein feuchtes, von Sumpfwald durchzogenes Gebiet. Wer es ermöglichen konnte, blieb nur so lange dort, bis sich ihm woanders eine Berufstätigkeit bot. Dies war im 18.Jahrhundert im aufstrebenden Bergbaugebiet südlich der Ruhr der Fall, besonders in Sprockhövel. Dort gab es nicht nur für Bergleute, sondern auch für andere Berufe Beschäftigungsmöglichkeiten. Gisbert Wilhelm Lehmhaus wurde somit in Sprockhövel in seinem erlernten Beruf tätig.

 Mehrere Familien, die die Talaue der Emscher verließen und später in Sprockhövel lebten, waren die Hagemanns, Handwerker im Dorf Mengede. Hier drang der Fluß zeitweise bis an die Häuser vor, so daß die Bewohner zum Schutz Erdwälle auf werfen mußten. Ebenfalls aus Mengede stammte die Sprockhöveler Familie Eckey. Aus dem benachbarten Pöppinghausen, Kirchengemeinde Castrop, kam die Familie Döhmann, Landwirte im Sumpfgebiet der Emscher. Sie wurden in Sprockhövel Bergleute. Es war der ungewöhnliche Weg einer Nord-Süd-Wanderung. Als der Tiefbau dann in der Emscher-Lippe-Zone begann, sind die Nachkommen wieder nach Norden gezogen, nach Ickern, um am Ende ihres Lebens ihre letzte Ruhe in Sprockhövel zu finden.

Fritz Lehmhaus' Großmutter väterlicherseits, Catharina Limper, ist 1864 in Sprockhövel verstorben. Sie stammte aus Berleburg, wo die Familie Limper der Landwirtschaft nachging. Mit ihr kam ein reformiertes Element in die Familie, so daß Fritz Lehmhaus zeitlebens der Union verbunden blieb. Die Familie läßt sich weiter zurückverfolgen zum Battenberger Hammer an der Eder.

Fritz Lehmhaus' Mutter Friederica Voß stammte aus dem Raum Haßlinghausen Schwelm. Mütterlicherseits kann die Familie über Herbede (Bandmann) nach Dorstfeld und Asseln zurückverfolgt werden.

Zurück zu Fritz Lehmhaus. Nach dem Besuch der Volksschule und der Rektoratschule in Sprockhövel (heute Compudata, Wuppertaler Straße 50) trat Fritz Lehmhaus in das Lehrerseminar Hilchenbach ein und machte dort seine Abschlußprüfung ais Volksschullehrer. Die erste Lehrerstelle (,,Aspirant") erhielt er 1879 in Schee und war von 1882-1887 als Lehrer in Haßlinghausen-Hobeuken tätig.

Von 1888 -1928 wirkte er im benachbarten Wuppertal, zunächst als Volksschullehrer in Elberfeld. 1903 legte er die Mittelschullehrerprüfung ab und wurde Lehrer an einer Mädchenmittelschule in Elberfeld, selt 1926 als deren Konrektor. Mit 66 Jahren trat er in den Ruhestand. Somit hat er über einen Zeitraum von 40Jahren im Tal der Wupper als Erzieher gewirkt. Von daher stammt auch seine enge Verbindung zum Bergischen Geschichtsverein, dessen Vorstandsmitglied er war. Die Beitragsbände des Vereins bereicherte er während dieser Zeit durch zahlreiche Aufsätze und hielt in verschiedenen Abteilungen des Vereins Vorträge. Bei all diesen Tätigkeiten wird deutlich, daß Fritz Lehmhaus im ureigensten Sinn der Erforscher alter Urkunden war, deren er sich mit größter Sorgfalt annahm.

Trotz der langen Abwesenheit von Sprockhövel und Haßlinghausen - er hatte hier insgesamt nur 25 Jahre verbracht - blieb er seinem Geburtsort und dessen Umgebung immer eng verbunden. Als er bereits in Elberfeld tätig war, veröffentlichte er 1905 seine Untersuchung
,,Aus der Geschichte der evangelischen Kirche zu Sprockhövel".
Diese Arbeit legte er als Pensionär überarbeitet bei Rudolf Steinbeck in Buchform unter dem Titel ,,Aus der Geschichte der evang. Kirchengemeinde zu Sprockhövel" vor.
Das Buch wurde höchst erfolgreich in der Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins rezensiert. Es sollte Lehmhaus' letzte Veröffentlichung werden.

Schon am 29.7.1934 starb Fritz Lehmhaus im Alter von 72Jahren in Duisburg Hamborn bei seinem Sohn, der dort als Oberstudiendirektor tätig war. Ein weiterer Sohn lebte als Diplom-Kaufmann in Herne. In Elberfeld wurde Fritz Lehmhaus auf dem Lutherischen Friedhof am Bredtchen neben seiner Frau beigesetzt. Die Gruft ist heute neu belegt. Der Vorsitzende des Bergischen Geschichtsvereins, D. Dr.Wilhelm de Weerth, widmete ihm in der Vereinzeitschrift einen ehrenden Nachruf.

     Wilhelm Fox

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