Der Heimat- und Geschichtsverein Sprockvövel e. V. wurde 1976 gegründet – hauptsächlich durch die Initiative von Ludger Haverkamp. Er wurde dazu angeregt von seinem Kollegen Dr. Heinrich Eversberg am Gymnasium Waldstraße in Hattingen. Eversberg selbst, als Heimatforscher und Heimatpfleger weit über die Grenzen Hattingens bekannt, provozierte dem Erzählen nach gern mit den Worten: ‘Sprockhövel ist ein weißer Fleck.’

Wichtige Abschnitte der Gründung und Entwicklung des HGV werden auch zusammengefasst in dem Magazin zum 50-jährigen Jubiläums des Vereins im März 2026.

Unsere selbst gestellten Aufgaben

Der Verein befasst sich gemäß seiner Satzung mit allen Bereichen der Heimatkunde und der Heimatpflege:

  • . Erhalt und Pflege der Geschichte der näheren Heimat
  • . Sicherung historischer Zeugnisse
  • . Bewahrung kultur- und wirtschaftsgeschichtlich interessanter Objekte
  • . Denkmalpflege – und Naturschutz, Heimatkundliche Schriftenreihe
  • . Aufbau und Unterhaltung einer Heimatstube auch als Kommunikationszentrum für Jung und Alt

Viele der Aktivitäten des HGV finden in Abstimmung und Zusammenarbeit mit Vereinen, Institutionen, usw. statt, als da sind z. B.

  • . der Westfälischer Heimatbund
  • . die Stadt Sprockhövel mit Stadtarchiv
  • . die regionale Presse
  • . Bergbauaktiv Ruhr e. V.
  • . Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e. V. – Arbeitskreis Sprockhövel
  • . Deutsche Stiftung Denkmalschutz

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Die Glocke Romanus

– ein Beispiel für diese unsere Aufgabe

Das 450 Kilogramm schwere Prachtstück fand im Jahre 1527 nach sicherlich schwierigem Transport seinen Platz im Glockenturm der damaligen katholischen Kirche. Hier kam es seiner Aufgabe nach, im Umkreis von einigen Kilometern die Gläubigen zu den Freuden und auch den Leiden des Lebens zu rufen, also Kindtaufen, Hochzeiten und Sterbefälle zu verkünden. Sie rief die Sprockhöveler zur Arbeit, zum Mittag und zum Feierabend, so wusste man endlich, was die Stunde geschlagen hatte und was Neues und Wichtiges im Dorf passiert war. Für unsere Vorfahren war diese Glocke das, was für spätere Generationen Zeitung, Radio, Fernseher und Internet werden sollten.

Romanus verkraftete den Wechsel der Kirche von der katholischen zur protestantischen Konfession nach 58 Jahren ebenso gut wie den Umzug in ein neues Heim an alter Stelle. Denn die alte Kirche war baufällig und musste abgerissen werden. Die damals schon recht betagte Glocke kam 1785 in den Turm der Evangelischen Kirche, die auch heute noch eines der wichtigsten Wahrzeichen unserer Stadt ist.

Im 20. Jahrhundert drohte neues und größeres Unheil für den Glockenveteranen. Der Zweite Weltkrieg war von den Nationalsozialisten entfacht worden, und für die Kriegsführung wurde dringend Material benötigt. Wie 90.000 andere Glocken in Deutschland wurde Romanus konfisziert und zum Einschmelzen nach Hamburg transportiert. Er, der Jahrhunderte auch für den Frieden geläutet hatte, sollte nun missbraucht und als Kriegswaffe verwendet werden.
Zum Glück kam es anders als geplant. Der Krieg wurde durch die Alliierten beendet und 1948 kam die wunderbare Nachricht aus Hamburg nach Sprockhövel, dass der Romanus noch erhalten war. Er konnte zurückgeholt und an seinen alten Platz gebracht werden, um seine treuen Dienste wieder aufzunehmen.

Am 16.12.1955 stand jedoch erneut ein Umzug an, diesmal aus durchaus erfreulichem Anlass: Obersprockhövel bekam in der Kleinbeck endlich eine eigene Kirche und sozusagen als Mitgift aus der Zwiebelturmkirche die altgediente Glocke.
Auch diese neue Bleibe sollte jedoch nicht die letzte sein. Das Kirchengebäude in der Kleinbeck wurde nach fünfzig Jahren verkauft, weil die Kirchengemeinde sowohl an Gläubigen als auch an Finanzmitteln geschrumpft war. Die drei Glocken im Turm der Kirche wurden mit einem Kran herausgeholt und mittels Traktor – Fahrer war Hans Clever – nach Sprockhövel zurück überführt. Romanus kehrte wiederum wohlbehalten in seine angestammte Heimat zurück, begleitet von angemessen feierlicher Orgelmusik und einem Festakt. Hier steht er bis heute im Kirchenschiff der “Zwiebelturmkirche”, kann von jedem bewundert werden und wird aus besonderem Anlass angeschlagen.
Möglich wurde das glückliche Ende der Glocke Romanus nur durch tätige Hilfe des Heimat- und Geschichtsvereins mit seinen vielen ehrenamtlichen Aktiven.

Die durchaus bewegende wechselvolle Geschichte aus einem halben Jahrtausend Glockenleben verdanken wir dem Forscherdrang von Ulrich Sdroyek, ein aktives Mitglied des HGV und zugleich Archivar der evangelischen Kirchengemeinde Sprockhövel.

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Broschüre aus dem Jahre 2025

Unsere Schriftenreihe,

unsere Broschüren und

unsere Jahresmagazine

stellen wir jeweils vollständig auf eigenen Seiten vor.

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Malakowturm

– ein Beispiel für diese unsere Aufgabe

Bei der Unterschutzstellung erwies sich in der Anfangsphase der Malakowturm der Alte Haase als harter Brocken. Für uns war er besonders schutzwürdig, weil er mit seiner architektonisch gelungenen Außenhaut symbolisch für die ein halbes Jahrtausend umfassende Geschichte des Kohlenbergbaus in Sprockhövel steht.

Eine Restaurierung war Anfang der 80er Jahre notwendig, weil auf den Zinnen sprießende Birken das Bauwerk von oben zu sprengen drohten. Der ursprüngliche Gedanke, Stein für Stein herauszulösen, zu säubern, zu registrieren und an seinem ursprünglichen Ort wieder einzusetzen, wurde fallengelassen.
Das obere Drittel des Malakowturms wurde abgetragen und durch ein neues, gleichwertiges Material in den vorgesehenen Formen ersetzt. Er teilt damit das Schicksal des Kölner Domes, der wahrscheinlich in noch geringerem Maße über die Ursubstanz verfügt.

Zur Finanzierung der erheblichen Restaurierungskosten trugen das Land Nordrhein-Westfalen, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, die Stadt und der Eigentümer bei. Aus späterer Sicht ist dazu zu sagen: Es war wie der Ritt über den Bodensee.

Am Tage des Offenen Denkmals 1997 konnten die Stadt und der HGV zu Füßen des 100-jährigen einmaligen Bauwerks unter beeindruckender Beteiligung der Öffentlichkeit das Jubiläum begehen.

(Text: Ludger Haverkamp, Vereinsbroschüre „40 Jahre Heimat- und Geschtsverein Sprockhövel e. V.“)

Auf unserer Seite Denkmäler stellen wir einige weitere historische Sehenswürdigkeiten der Stadt vor.

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Das Modell von Alte Haase in einem der Gewölbekeller

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Bergmannslade
– ein Beispiel aus unserer großen Schatztruhe

… diese Lade und einige andere Schätze stellen wir unter Schatztruhe Heimatstube vor.

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Unser Plattdeutscher Abend im November 2025

Diese Veranstaltung hat Tradition – im November 2025 feierten wir sage und schreibe den
37. Plattdeutschen Abend!

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Regelmäßig jeden 2. Mittwoch im Monat um 16 Uhr haben wir unseren gemütlichen
Plattdeutschen Nachmittag mit Hans-Gert Burggräfe.

Auf unser Seite

Plattdeutsch

liest Hans-Gert einige Geschichten in Plattdeutscher Sprache.

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Die 5 aktuellen Wanderführer

Naturgemäß steht der frühe Bergbau im Mittelpunkt des Vereinsinteresses.
Die enge Zusammenarbeit mit dem Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier e. V. erweist sich hier als außerordentlich fruchtbar. Der Arbeitskreis Sprockhövel hat sich auch aus aktiven Mitgliedern des HGV gebildet.

Gemeinsam mit dem HGV wurden inzwischen fünf Bergbauwanderwege erschlossen, gekennzeichnet und als Wanderkarten und Wanderflyer veröffentlicht. Die Wege werden regelmäßig gepflegt. Pro Jahr werden etliche ehrenamtlich geführte Wanderungen durchgeführt.  Teilnehmer kommen nicht nur aus Sprockhövel….
Die in diesem Zusammenhang geleisteten Spenden kommen ausschließlich Pflege und Ausbau der Wanderweg zugute.

Dem Thema “Wandern auf unseren Bergbauwanderwegen” haben wir eine eigene Seite gewidmet. Dort präsentieren wir

unsere 5 Bergbauwanderwege.

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(Quelle: Geobasis NRW, Verwaltungskarte NRW)

Von Sprockhövel aus in die weite Welt!
So könnte das Motto lauten.

Die Karte zeigt symbolisch einige Ziele der Tagesfahrten, die wir in den letzten Jahren durchgeführt haben.

Große Ziele in Deutschland und dem benachbarten Ausland haben wir bei unseren zahlreichen mehrtägigen Studienfahrten angesteuert.

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Unsere „Gute Stube“ (hier im Spätherbst 2024) …

… ist geöffnet Mittwoch und Freitag jeweils von 16 bis 18 Uhr.


Schauen Sie mal herein!
Eine kleine spontane Führung ist immer möglich.

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Spieleabend

Unsere gemütliche Heimatstube bietet auch dafür Raum.

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Ja, genau hier sind Sie im Augenblick unterwegs!

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Auf dem Alte-Haase-Weg Süd:
Blick über das Paasbachtal auf die Hölter Egge

… hier genießen wir – zugegeben – mehr, als dass wir pflegen.
Aber wer die Schönheit der Natur nicht kennt und schätzt, wird sie auch nicht schützen.

Unsere Umgebung ist geprägt durch den Wechsel aus Feldern und Wäldern in den Tälern sowie auf den Höhenzügen. Diese werden in unserer sogenannten „Schichtrippenlandschaft“ oft „Eggen“ genannt.

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Flözaufschluss Schieferbank unter dem Brückenbauwerk Riepelsiepen

Durch den Eisenbahnbau am Ende des 19ten Jahrhunderts ist hier eine Art von „geologischem Fenster“ aufgeschlossen worden.
Hier schützen wir Natur, die eigentlich unter der Erde verborgen ist:
Das Flöz Schieferbank zwischen den Natursteinschichten – alles Sedimente, die vor mehr als 300 Millionen Jahren im geologischen Zeitalter „Oberkarbon“  abgelagert worden sind. (Das „Karbon“ wird in Deutsch auch „Kohlezeitalter“ genannt.)

Dieser Aufschluss ist übrigens das einzige Geotop in Niedersprockhövel, das der Regionalverband Ruhr im GeoPark Ruhrgebiet auszeichnet.

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