Bereits in § 1 des „Gesetzes zum Schutz und zur Pflege der Denkmäler“ wurde 1980 für NRW festgeschrieben, dass Denkmäler im Rahmen des Zumutbaren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen.

Die Liste der der Denkmäler in unserer Heimatstadt umfasst derzeit gut 5 Dutzend Objekte, von denen wir hier nur einige Beispiele vorstellen wollen.

Als untere Denkmalbehörde kann die Stadt Sprockhövel im Benehmen mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ehrenamtliche Denkmalschutz-Beauftragte bestimmen.
Mit dieser Aufgabe ist unser Vereinsmitglied Michael Ebel betraut.

Er organisiert auch seit etlichen Jahren den „Tag des offenen Denkmals“.
Dieses „größte Kulturevent Deutschlands“ für den Denkmalschutz findet mittlerweile in allen 50 Vertragsstaaten des Europäischen Kulturabkommens jeweils am 2. Sonntag im September statt. (siehe auch: https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/)

2026, am 13. September, ist aus Anlass des 50-jährigen HGV-Jubiläums
unsere Heimatstube das „offene Denkmal“.

 

 

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Die Evangelische Kirche bestimmt das Ortsbild Niedersprockhövels.

Der gegenwärtige spätbarocke Bau wurde 1785 an Stelle des einsturzgefährdeten mittelalterlichen Kirchengebäudes aus dem in unmittelbarer Nähe anstehenden Ruhrsandstein errichtet.

Die “welsche Haube”, Merkmal zahlreicher Kirchen im niederbergisch-märkischen Raum, ersetzte 1890 das ursprünglich aus Kostengründen aufgesetzte Pyramidendach. Im allgemeinen Sprachgebrauch spricht man allerdings immer nur vom “Zwiebelturm”.

Das Innere der Saalkirche wird beherrscht von den einander zugeordneten Elementen Altar, Kanzel and Orgel.

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Der Schultenhof, direkt gegenüber der “Zwiebelturm-Kirche”

Das große Fachwerkgebäude ist in der jetzigen Form als Ersatz des 1815 bei den Jubelfeiern zur Niederringung Napoleons abgebrannten Schultenhofs entstanden.

Seit dem 16. Jahrhundert residierte an dieser Stelle der “Schulte”. Er war Verwalter der Domänen, d. h. des landesherrlichen Besitzes, und wirkte als unterste staatliche Verwaltung.

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Gasthaus „Dorfkrug“ um 1920

Das Gebäude, dessen heutige Schauseite aus Fachwerk besteht, stammt vom Beginn des 19. Jahrhunderts.
Seit eh und je diente es als Gasthaus. Unter dem Namen „Gasthof Stöter-Tillman“ galt es viele Jahre lang als das erste Haus am Platze.
In der Festschrift des Bürger- und Gesangvereins finden wir im Festbuch zur Goldenen Jubelfeier im Jahre 1908 ein Inserat:

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In der ersten Etage des Anbaus befand sich – für das gesellschaftliche Leben Sprockhövels von besonderer Bedeutung – bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein ein großer Saal, in dem beispielsweise der 1904 eingerichtete Sprockhöveler Bergmannstag stattfand.

Vor dem Haus steht heute auch die Hinweistafel Nr. 1 des Bergbauwanderweges „Alte-Haase-Weg Nord“.

(Bildquelle: H.-D. Pöppe)

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Fachwerkgebäude am Busbahnhof

Die 1827 errichtete Pfarrschule trägt die typischen Merkmale der damaligen Gebäudearchitektur:
Sandsteinsockel, Fachwerkfassade, verschieferte Wetterseiten, Krüppelwalmdach.

Da im Verlauf des 19. Jahrhunderts die Pfarrschule die ständig wachsende Schulkinderzahl nicht mehr aufnehmen konnte, wurde zu ihrer Entlastung 1881 der ältere Teil der Schule Nord erbaut.

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Das älteste Gebäude im Ortskern Niedersprockhövels (Anfang des 17. Jahrhunderts)

Es weist barocke Schmuckelemente auf (farbige Knaggen, Kassettentür mit Oberlicht, Stichbogenfenster). Die der Kirche zugewandte Traufseite ist verschiefert, die eine Giebelseite hat Sichtfachwerk, die andere ist mit Holzschindeln verkleidet.

Das Haus liegt unterhalb der Kirche unmittelbar an der ehemaligen Kirchwegachse Kirche – Unterdorf – Pastorat.

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Der Malakowturm

ist zweifellos das imposanteste Industriedenkmal der Stadt Sprockhövel – in der Serie der Schachttürme dieses Namens der jüngste (1897) und der einzige südlich der Ruhr.

Mit der Übernahme von Elementen der Burgenarchitektur haben die „Industriebarone“ des 19. Jahrhunderts auch nach außen gesellschaftliche Gleichstellung mit dem damals politisch einflußreichen privilegierten Adel beansprucht.

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Bahnhof Sprockhövel

Der Anschluß Sprockhövels an das überregionale Bahnnetz 1884 war von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Vor allem das Bergwerk Alte Haase profitierte von der Bahnstrecke. 1979 wurde der Personenverkehr, 1984 – 100 Jahre nach der Eröffnung – auch der Güterverkehr eingestellt. Das hohe, mit einem steilen Dach ausgestattete Gebäude, ist aus heimischem Sandstein gebaut. Die architektonische Ähnlichkeit mit dem Bahnhof Schee ist unabweisbar.

In unserer Broschüre
Geschichte der Sprockhöveler Eisenbahnen
ist auch dem Bahnhof Sprockhövel ein umfangreiches Kapitel gewidmet.

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Bahnhof Schee

Das dem Sprockhöveler Bahnhof sehr ähnliche Gebäude ist mit der Eröffnung der Bahnstrecke Hattingen – Wichlinghausen 1884 errichtet worden. Das imposante Gebäude mit dem typischen Steildach mag heute überdimensioniert erscheinen, zeugt aber von der ehemaligen wirtschaftlichen Bedeutung des Umfeldes (Bergbau mit Schacht Hövel, Steinbrüche, Abzweig der Strecke Schee – Silschede).

In unserer Broschüre
Geschichte der Sprockhöveler Eisenbahnen
ist auch dem Bahnhof Schee ein umfangreiches Kapitel gewidmet.

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Historisches Backhaus

Das kräftige Fachwerk verrät, dass der im Bild rechte Bereich des Hauses aus einer holzreichen Zeit stammt. Tatsächlich ist auf dem Türbalken die Jahreszahl 1521 eingeschnitten. Dieser ältere Teil ruht auf einem erdgeschosshohen, gemauerten Sockel aus unterschiedlich großen Quadern heimischen Ruhrsandsteins .
Der linke Bauabschnitt ist – auch im Bild deutlich erkennbar – jüngeren Datums.

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Das „Haus Dorfstraße 13“ in Haßlinghausen

Mit einigen Schwierigkeiten konnte die Bauernschaft Haßlinghausen 1785 beim preußischen König die Genehmigung zum Bau eines Schul- und Bethauses erwirken – ein erster Schritt zur Verselbständigung der Kirchengemeinde Haßlinghausen.

Im Erdgeschoß des massiven Bruchsteingebäudes waren Lehrerwohnung und Klassenraum untergebracht. Das Obergeschoß mit Tonnengewölbe diente als Betraum. Dem eigentlichen Haus wurde später ein turmähnlicher Gebäudeteil vorgesetzt, in dem rechts und links Gefängniszellen eingerichtet wurden.

Der in geringen Resten vorhandene Originalputz und -anstrich leitete den Restaurator zur Herstellung des gegenwärtigen Erscheinungsbildes.

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Gut „Oberleveringhausen“

Das Anwesen ist ein „Abspliss“ des Hiddinghauser Schultenhofes Leveringhausen (daher die Bezeichnung „Oberleveringhausen“).

Das um 1790 errichtete, mit bergischen Stilelementen ausgestattete Gebäude zeugt vom gediegenen Wohlstand des ersten Besitzers Franz Giesler. In der Zeit der napoleonischen Besetzung war er “Maire”, d. h. Bürgermeister, des Amtes Haßlinghausen.

Seine Enkelin Mathilde Franziska Anneke, die als Freiheitskämpferin und Frauenrechtlerin in die Geschichte eingegangen ist, wurde l8l7 hier geboren.

2024 hat die Kunst- und Kulturinitiative Sprockhövel e.V. („KuKI“) ein Buch über das Gut herausgegeben. Die Autorin Karin Hockamp, ehemalige Sprockhöveler Stadtarchivarin, erzählt darin die interessante Geschichte des Hauses und seiner Bewohner über einen Zeitraum von über 200 Jahren.

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Haferkasten und Garnkasten

Das stattliche Haupthaus der Hofanlage „Großer Siepen“ in Herzkamp ist leider im Jahre 1918 bis auf die Grundmauern abgebrannt.

Nicht vom Feuer betroffen waren der Hafer- oder Kornkasten (linkes Bild) aus dem Jahre 1597, der etwa 1775 um einen Fachwerkanbau mit Unterkellerung (Rübenkeller) erweitert wurde.

Ebenso erhalten ist der Flachsspeicher aus dem 16. Jahrhundert, auch Garnkasten genannt, der direkt am heute verlandeten Weiher, dem „Flasdiek“, gelegen war. Im 18. Jahrhundert wurde an der Westseite die Dachfläche in Form eines Schleppdaches vergrößert, um einen Schweinestall zu errichten; 1860 entstand an der Nordseite des Speichers ein Back- und Dörrofen.

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Wohnhaus von  „Kuxen Wilm“

„Im Zentrum dieses besonderen Ortes steht das historische Wohnhaus von Wilhelm Hiby – ein Denkmal, das von der Geschichte unserer Region erzählt.

Doch was diesen Ort so lebendig macht, ist das Miteinander von Tradition und Gegenwart: Die Verknüpfung von Hofladen, Gästehaus und Tierfriedhof zeigt, wie Denkmalschutz heute gelingen kann – durch Nutzung mit Herz, Sinn und Respekt vor dem Vergangenen“,

so Bürgermeisterin Sabine Noll zum Tag des offenen Denkmals am 14. September 2025.

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